Bargeld vor Operationen? – Ein Thema, das die ganze Schweiz beschäftigt

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Bargeld vor Operationen? – Ein Thema, das die ganze Schweiz beschäftigt

Was zunächst als vereinzelte Hinweise bei der Patientenstelle Zürich begann, entwickelt sich zunehmend zu einem Thema von nationaler Tragweite. Immer mehr Patientinnen und Patienten berichten von Bargeldforderungen vor medizinischen Eingriffen – und auch die Medien greifen das Thema auf.

Unter anderem haben SRF, Tages-Anzeiger und Medinside unsere Beobachtungen aufgenommen. Gleichzeitig sind weitere Redaktionen auf uns zugekommen, da sie selbst entsprechende Hinweise erhalten haben und diese journalistisch aufarbeiten. In diesem Kontext bringen wir unsere fachliche Einschätzung aktiv ein.

Ein aktuelles Beispiel: In der Sendung Kassensturz vom 5. Mai 2026 («Cash für OP – Wenn Ärzte zusätzlich kassieren wollen») wird das Thema breit aufgegriffen. Auch die Patientenstelle Zürich kommt darin zu Wort und berichtet von Fällen, in denen Beträge von bis zu 10’000 Franken zusätzlich – teils in bar – gefordert wurden.

Ausgangspunkt: Erste Hinweise – viele offene Fragen
Seit November erreichen uns vermehrt Rückmeldungen zu Bargeldforderungen im Vorfeld medizinischer Eingriffe. Als eine der ersten Stellen erfassen wir diese Hinweise systematisch.
Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass die tatsächliche Zahl der Fälle deutlich höher liegt: Viele Betroffene kennen unser Angebot nicht oder wenden sich an andere Institutionen. Auch Medien berichten von zusätzlichen Meldungen, die nicht zentral erfasst werden.

Einordnung: Was ist erlaubt – und was nicht?
Grundsätzlich können Vorauszahlungen im Gesundheitswesen zulässig sein – vorausgesetzt, sie erfolgen transparent, nachvollziehbar und mit entsprechender Rechnung.

Problematisch wird es jedoch, wenn:
-Bargeld verlangt wird,
-keine Quittung ausgestellt wird,
-oder der Eindruck entsteht, dass eine Behandlung von der Zahlung abhängt.

In solchen Fällen bewegen wir uns in einem Graubereich, der Fragen nach Fairness, Rechtmässigkeit und Transparenz aufwirft.

Bedeutung für Patientinnen und Patienten
Besonders kritisch sind Situationen, in denen Unsicherheit oder Druck entsteht. Patientinnen und Patienten müssen darauf vertrauen können, dass medizinische Entscheidungen unabhängig von finanziellen Erwartungen getroffen werden.
Der Zugang zur Gesundheitsversorgung darf nicht davon abhängen, ob jemand kurzfristig Bargeld aufbringen kann oder bereit ist, informellen Forderungen nachzukommen.

Wie geht es weiter?
Wir werden die eingehenden Hinweise weiterhin systematisch erfassen und auswerten. Gleichzeitig bringen wir unsere Erkenntnisse aktiv in die öffentliche Diskussion ein.
Sollten sich die Hinweise weiter verdichten, prüfen wir auch, das Thema auf politischer Ebene einzubringen.

Hinweise melden
Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht? Hinweise können jederzeit über unser Formular eingereicht werden. Jede Meldung hilft, ein klareres Bild zu erhalten.

Fazit
Bargeldforderungen ohne transparente Dokumentation sind nicht akzeptabel.
Eine faire und zugängliche medizinische Versorgung ist ein Grundprinzip – und darf nicht vom Geldbeutel abhängen.

 

Patientenstelle Zürich

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