„Krank und nicht mehr ausgeliefert“

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- 2 Kassen = 2x aufpassen bei Kostengutsprachen

Brustkrebs wegen unterbliebener Information nach Mammographie

Im Jahr 2000 zog Frau G. in einen anderen Kanton und begab sich zu einem anderen Frauenarzt. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits seit etlichen Jahren Hormonersatz-Präparate eingenommen und hatte sich regelmässig Mammographien zur Kontrolle unterzogen.

Im März 2003 wünschte Frau G., beunruhigt wegen Schmerzen, Empfindsamkeit und Verhärtungen in einer Brust, dringend einen Termin für eine Kontrolle.
Der Frauenarzt überwies sie gleich in ein Radiologisches Institut für eine Mammographie. Die Bilder zeigten kleine verhärtete Stellen, sogenannte Mikroverkalkungen. Dieser Befund wurde dem Frauenarzt mitgeteilt und er wurde darauf aufmerksam gemacht, dass innert Jahresfrist noch eine Kontroll-Mammographie gemacht werden sollte.

Der Arzt legte den Bericht des Radiologen in Frau G.'s Patientinnen-dossier - ohne auf den Befund zu reagieren und ohne Frau G. auf die notwendige Nachkontrolle aufmerksam zu machen. (Auch der Radiologe hatte sie nicht darüber informiert.) Erst viel später, bei einer Routinekontrolle, realisierte der Arzt die unterlassene Information für die Nachkontrolle. Er veranlasste sofort eine Mammographie. Der Befund war alarmierend. Frau G. musste sich weiteren Untersuchungen unterziehen, unter anderem einer sogenannten Stanzbiopsie (Gewebeentnahme).

Die Diagnose: Brustkrebs. Sofort wurde Frau G. operiert und mittels Chemotherapie nachbehandelt.

Die Rolle der Verantwortlichen

Der Arzt und die Versicherungsexperten bestritten hartnäckig alle Schuld. Sie lehnten jegliche Haftung ab. Frau G. wünschte nun von einem Experten eine Zweitmeinung zur Behandlung. Dieser beschwichtigte sie und engagierte sich ebenfalls, ihren Frauenarzt von aller Schuld freizusprechen. Wie sich herausstellte, waren die beiden Ärzte befreundet.

Deutliche Sachlage

Aus unserer Sicht war die Sachlage klar, was leider nichts an der ablehnenden Haltung der Versicherungsexperten änderte. Als weiterführende Massnahme sahen wir deshalb nur ein FMH-Gutachten. Da alle Beteiligten sich damit einverstanden erklärten, hatten wir die erforderliche Bewilligung rasch und konnten unseren Gutachterauftrag bei der Gutachterstelle der FMH einreichen. Zu unserem grossen Ärger und regelmässigem Mahnen mussten wir mehrere Jahre auf das Gutachten warten.

Offensichtliche Fehler

Die medizinische Fachwelt streitet sich über die Frage, ob und wie Hormonersatztherapie und Brustkrebs zusammenhängen. Die Argumente, die für einen Zusammenhang sprechen, sind sehr stark und hätten bei Frau G. unbedingt in die Behandlung und bei der Beurteilung der Mammographie miteinbezogen werden müssen.

Trotz Aufforderung durch Frau G. wurde keine vertiefte Überprüfung der vorhandenen Anzeichen durchgeführt. Eine weitere Unterlassung geschah im Radiologischen Institut: Eine Mammographie muss gemäss EU-Qualitätsrichtlinien unter anderem von zwei unabhängigen Ärztinnen oder Radiologen beurteilt werden.
Das war hier nicht geschehen. Zudem wäre es empfehlenswert gewesen, auch Frau G. direkt über den Befund und vor allem eine allfällige Nachkontrolle zu informieren. Frau G. hätte dadurch ihre Verantwortung als mündige Patientin wahrnehmen und selbst aktiv werden können.

Frau G. bekommt endlich Recht

Nach der Diagnose begann für Frau G. eine lange Leidenszeit. Heute fühlt sie sich gesundheitlich etwas besser. Sie wird jedoch immer wieder mit der Krankheit konfrontiert, sei dies wenn Angst vor einem Rückfall aufkommt, oder wenn neue Untersuchungen und Therapien bevorstehen. Das lange Warten auf das Gutachten hat Frau G. zusätzlich sehr belastet. Als das Gutachten schliesslich vorlag, gab es ihr Recht. Endlich. Nach vielen Jahren erhielt sie eine Genugtuung und Schadenersatz für das erlittene Leid.

Lust auf Kaffee und Kuchen?

Liebes Mitglied des Vereins Patientenstelle

Schauen Sie bei uns vorbei. Sie und Ihre Angehörigen, Freundinnen und Freunde sind uns herzlich willkommen.

Tag der offenen Türe am 08.11.2010 an der Patientenstelle Zürich ab 14:00 bis 16.00 Uhr.

Es bietet sich an einen Einblick in unsere Tätigkeit zu erhalten. Haben Sie Fragen oder Anregungen betreffend dem Gesundheitswesen?
Gerne nehmen wir uns für Sie Zeit!

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In eigener Sache: Stelleninserate

Es erwartet Sie ein Arbeitsplatz an zentraler Lage, Abwechslungsreiche Tätigkeiten, angenehmes Arbeitsklima, fünf Wochen Ferien und regelmässige Arbeitszeiten.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen Frau Erika Ziltener,
Tel. 044 361 92 56 zur Verfügung.

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2 Kassen = 2x aufpassen bei Kostengutsprachen

Herr K. gelangte sichtlich erschüttert an uns. Er hatte eine Rechnung für einen Spitalaufenthalt seiner inzwischen verstorbenen Ehefrau erhalten. Er war nicht in der Lage, diese Rechnung von rund Franken 14'000 zu begleichen.

Frau K. musste vor zwei Jahren wegen einer schweren Er-krankung zwei Monate im Spital verbringen. Die Rechnung für diesen Aufenthalt erhielt ihr Gatte erst jetzt, und direkt von der Administration des Spitals. Dies, weil die private Zusatzversicherung von Frau K. die Kosten für die letzten zwei Wochen des Spitalaufenthaltes nicht übernehmen wollte, obwohl die Grundversicherung (welche Frau K. bei einer anderen Krankenversicherung abgeschlossen hatte) den Auf-enthalt im Akutspital bewilligt hatte.

Schwerkrank – aber nicht spitalbedürftig?

Die für die Zusatzversicherung zuständige Sachbearbeiterin lehnte die Kostenübernahme mit der Begründung ab, Frau K. sei nicht mehr spitalbedürftig gewesen. Dies werde mit ihrer Anmeldung in eine Rehabilitationsklinik bestätigt.
Der Vertrauensarzt der Versicherung ging noch weiter und meinte, Frau K. hätte bereits zu einem noch früheren Zeitpunkt in die Rehabilitationsklinik verlegt werden kön-nen. (Die private Zusatzversicherung galt nur für einen Aufenthalt im Spital, jedoch nicht für einen stationären Aufenthalt in einer Re-habilitationsklinik.)

Dies hätte Frau K.'s Gesundheitszustand jedoch nicht zuge-lassen. Die medizinische Begründung für den Aufenthalt im Akutspital war stichhaltig. Wir führten in der Folge intensive Verhandlungen mit den Verantwortlchen der Zusatzversicherung.

Schliesslich konnten wir sie von der Notwendigkeit des Aufenthalts im Akutspital und von der Unmöglichkeit einer früheren Verlegung in die Rehabilitationsklinik überzeugen.

Unterlassene Aufklärungspflicht

Ausserdem hatten die Verantwortlichen des Spitals die Aufklärungspflicht nicht wahrgenommen.
Diese hatten a) wohl die Kostengutsprache bei der Grundversicherung eingeholt, es aber unterlassen, diese auch bei der Zusatzversicherung rechtzeitig einzuholen.
Sie hätten b) Frau K. unbedingt vorgängig über die zu erwartenden Mehrkosten informieren müssen.

Dies, damit eine allfällige Verlegung in ein anderes Spital oder eine andere Abteilung möglich gewesen wäre.
Daher haben wir auch die Verantwortlichen des Spitals in die Pflicht genommen.

Verhandlungsgeschick zu Gunsten von Herrn K.

Zu guter Letzt beteiligten sich Spital und Zusatzversicherung gemeinsam an den Mehrkosten. So konnten wir die Angelegenheit vollumfänglich zu Gunsten von Herrn K. abschliessen.